Vom Lederkummet zur Matratze: Die Sattlerei Sitzler und das Vorbild Rosshaar
Wenn ich heute über Matratzen spreche, beginnt die Geschichte nicht im Schlafzimmer, sondern auf dem Feld. Mein Ururgroßvater Christian Sitzler war Sattlermeister. Seine Sattlerei hat ab 1870 das gemacht, was damals am dringendsten gebraucht wurde: Lederkummete für Pferde und Kühe.
Das Kummet: Handwerk für die Landwirtschaft
Bevor es Traktoren gab, zogen Pferde und Kühe den Pflug und den Wagen. Damit ein Tier diese Kraft überhaupt auf die Last bringen konnte, brauchte es ein Kummet – den gepolsterten Lederkragen, der um den Hals gelegt wird. Ein gutes Kummet musste passen wie maßgeschneidert, fest und gleichzeitig weich gepolstert sein. Aus genau diesem Handwerk ist das Sattlerhandwerk gewachsen: Leder schneiden, nähen, polstern.
Aus Rosshaar wurden Matratzen
Gepolstert wurde mit dem, was da war. Die Bauern gaben das Rosshaar ihrer Pferde in der Sattlerei ab – und daraus entstanden nicht nur Polster für Kummete, sondern auch Matratzen. Rosshaar ist elastisch, federt zurück und lässt Luft zirkulieren. Mit diesem Material begann in unserer Familie die Tradition, Matratzen und Heimtextilien zu fertigen, die bis heute weitergeht.
Die Rosshaarmatratze: bis heute die Benchmark
Eine echte Rosshaarmatratze ist reine Handarbeit. Das Rosshaar wird von Hand eingelegt und pikiert, also mit langen Nadeln durchsteppt, damit die Füllung an ihrem Platz bleibt. Die Fasson, die feste Kante der Matratze, wird von Hand genäht – früher teilweise noch mit Federn aus Kupferdraht im Inneren.
Unter Kennern gilt die handgemachte Rosshaarmatratze bis heute als Maßstab. Das hat seinen Preis: Rosshaarmatratzen namhafter Manufakturen kosten heute schnell fünfstellige Beträge. Der Grund ist nicht das Material allein, sondern die Zeit und das Können, die in jedem Stück stecken. In Deutschland wird eine solche Matratze heute fast nur noch als Einzelstück gefertigt – für die breite Masse ist echtes „Made in Germany“-Handwerk in dieser Form kaum noch möglich.
Was sich geändert hat – und was nicht
Die Technik hat sich weiterentwickelt. Wo früher Rosshaar und Kupferdraht lagen, arbeiten heute Taschenfedern, kombiniert mit verschiedenen Viskoschäumen, Latex und Auflagen aus Naturfasern. So lässt sich der Liegekomfort sehr genau abstimmen.
Was gleich geblieben ist: der Anspruch. Wir wissen, wie eine Rosshaarmatratze gebaut wird. Und genau dieses Wissen steckt in unserer neuen Matratze.

Die ersten Grand-Suite-Muster, frisch aus der Fertigung – im Hintergrund Taschenfederkerne und Polsterlagen.
Neu: die Cottonbabe Grand Suite

Für die Cottonbabe Grand Suite haben wir die klassische Rosshaarmatratze als Vorbild genommen und sie mit maschineller Fertigung so nah wie möglich nachgebaut. Edle Seide und Wolle treffen auf Latex, Visco und einen Flexizone-Taschenfederkern – 28 cm Komfort mit zwei Liegeseiten.
- 28 cm hoch – flach per Spedition geliefert, nicht gerollt
- Zwei Liegeseiten: eine Seite mit 250 g Seide, die andere mit 150 g Wolle
- Flexizone-Taschenfederkern im stabilen Schaumrahmen
- Latex und Viskoschäume in verschiedenen Dichten für einen fein abgestimmten Liegekomfort
- Gesteppter Bezug mit Bordüre aus Thermofaser
Der Aufbau Schicht für Schicht

Der Querschnitt der Grand Suite: oben die Seidenseite, unten die Wollseite, dazwischen Latex, Visco und der Flexizone-Taschenfederkern.

- Bezugsstoff
- Vlies 30 g
- Seide 250 g
- Viskoschaum D32
- HR-Schaum D26
- Vlies 30 g
- Jersey
- Latex
- Weißer Filz
- Flexizone-Taschenfederkern
- Schaumrahmen D28
- Weißer Filz
- Viskoschaum D50
- Jersey
- Vlies 30 g
- HR-Schaum D26
- Viskoschaum D32
- Wolle 150 g
- Vlies 30 g
- Bezugsstoff
- Bordüre: Bezugsstoff, Thermofaser 250 g, Vlies 15 g

Gesteppte Oberfläche, Bordüre mit Cottonbabe-Logo und Griffe: die Grand Suite auf dem Weg ins Cottonbabe-Lager.
Das Ergebnis ist eine Matratze, auf der man richtig gut liegt – zu einem Bruchteil des Preises einer handgemachten Rosshaarmatratze. Für mich ist das ein sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis: das Wissen von über 150 Jahren Handwerk, umgesetzt in einer Matratze, die man sich auch leisten kann.
Die Grand Suite ist ab sofort bestellbar, der Versand erfolgt ab Anfang Dezember 2026 per Spedition. Mehr zur Lieferung liest du auf unserer Seite Versand von Matratzen.
Von der Sattlerei zu Cottonbabe
Vom Lederkummet über die Rosshaarmatratze bis zur Bettwäsche für 5-Sterne-Hotels: Der rote Faden ist das Handwerk. Cottonbabe ist ein Ableger dieser Familientradition. Als Raumausstattermeister und Hotelier führe ich sie heute weiter – mit dem gleichen Anspruch, den mein Ururgroßvater an jedes Kummet hatte: Es muss passen, es muss halten, und man soll den Unterschied spüren.
Mehr über uns liest du auf der Seite Über das Team Cottonbabe.
Jens Liebhauser
Gründer Cottonbabe, Raumausstattermeister und 5-Sterne-Hotelier